Der Reproduktionszyklus weiblicher Mäuse wird sehr stark durch andere Mäuse beeinflusst. Pheromone im
Urin wirken dabei auf das weibliche Tier und regulieren die Produktion gonadotroper Hormone. Zu den best
untersuchten Vorgängen dieser Art gehören:
Das Herauszögern der Pubertät durch Pheromone weiblicher Familienmitglieder
Die Verlängerung des Zyklus durch weibliche Familienmitglieder
Die Induktion der Pubertät durch Kontakt (Urin) mit nicht-verwandten Männchen
Die Verkürzung des Zyklus durch den Urin nicht-verwandter Männchen
Der induzierte Abort durch Pheromone im Urin konkurrierender Männchen
Bei Mäusinnen greifen Pheromone also direkt in den Hormonhaushalt ein und haben reproduzierbare physiologische
Effekte. Der Verarbeitungsweg dieser Signale geht vom vomeronsalen Organ zum Hypothalamus und von dort über
die Hypophyse zu den Geschlechtsorganen.
Stephan Frings, Uni Heidelberg, Abt. Molekulare Physiologie
Juni 2003
s.frings@zoo.uni-heidelberg.de