Bei Eintreffen der Wanderwelle werden die äußeren Haarzellen, die direkten Kontakt mit der Tektorialmembran haben,
depolarisiert. Die Zellen reagieren darauf mit Kontraktion. Da Schallsignale im allgemeinen
oszillieren (Schallwellen), wird auch das Membranpotential der äußeren Haarzellen (und damit ihre Länge) periodisch verändert:
die Zellen "vibrieren" mit der Frequenz des eintreffenden Tones und verstärken damit
die Auslenkungen der Tektorialmembran. Man kann vielleicht sagen: Die äußeren Haarzellen schütteln die
Tektorialmembran im Takt des Schallsignals. Dadurch schaukelt sich die Signalintensität um ca das 1000-fache
der ursprünglichen Signalintensität auf - und erst durch diese Verstärkung werden leise bis mittlere
Töne hörbar.
Die Fähigkeit der äußeren Haarzellen, ihre Länge unter der Kontrolle des Membranpotentials zu verändern,
beruht auf einem besonderen Protein, dem Prestin.. Man nimmt an, dass Prestin spannungsabhängige
Konformationänderungen ausführt. Da Prestin in großen Mengen in der Plasmamembran vorliegt, kann es die Zelle
auseinanderdrücken oder zusammenziehen, je nach Konformation. Diese spannungsgesteuerte Längenänderung ist sehr
schnell: sie kann sich bis zu 20.000-mal pro Sekunde vollziehen (Töne mit Frequenzen über 20 kHz können wir nicht
hören).
Zur Internetseite:
Die tanzende äußere Haarzelle
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