Durch die laterale Verschaltung der Netzhautzellen hat jede Ganglienzelle ein relativ großes
Einzugsgebiet. Das Gebiet, das alle auf eine individuelle Ganglienzelle wirkenden Netzhautzellen umfasst, nennt
man rezeptives Feld. Man kann das Ausmaß dieser Felder ermitteln, indem man das
Ausgangssignal einer Ganglienzelle registriert und mit einem feinen Lichtstrahl die Umgebung
der Zelle Punkt für Punkt abtastet. Jeder Punkt, der bei Beleuchtung eine Reaktion der Ganglienzelle
auslöst, gehört zu deren rezeptivem Feld.
Man findet bei solchen Untersuchungen rezeptive Felder von etwa 50 µm Durchmesser. Beleuchtung des inneren
Bereiches (nahe der Ganglienzelle, von der man ableitet) ergibt eine Aktivierung der Ganglienzelle
(einen ON-Response). Außerhalb dieses zentralen ON-Feldes erzeugt man durch Belichtung eine Hemmung der
Ganglienzelle, denn dabei überwiegt die laterale Inhibition, die Hemmung der Ganglienzelle durch ihre
Nachbarzellen.
Stephan Frings, Uni Heidelberg, Abt. Molekulare Physiologie
Juni 2003
s.frings@zoo.uni-heidelberg.de